Turniere während Corona Zeiten

Einige Zeit gab es gar keine, mittlerweile sind sie unter teils strengen Auflagen wieder möglich. Ach, wie haben wir es vermisst an einem Sonntag morgen um 4:00 Uhr aufzustehen, nur um auf´s Turnier zu fahren. Aber wie läuft so ein Turnier während Corona Zeiten eigentlich ab?

Nennung

Schon bei der Nennung gibt es ein paar kleine aber feine Unterschiede zu den Turnierzeiten vor Corona. In manchen Fällen sind die Startplätze für einzelne Prüfungen aufgrund des hohen Andrangs stärker begrenzt als normalerweise. Außerdem muss man in den meisten Fällen einen sogenannten “Hygienezuschlag” oder “Coronazuschlag” bezahlen. Dieser wird zusätzlich zur eigentlichen Nenngebühr fällig und kann sich entweder pro Startplatz oder pro Teilnehmer berechnen. Dieser Betrag soll sicherstellen, dass das Turnier auch für den Veranstalter trotz der gestiegenen Kosten (z.B. für Aufsichtspersonal) und fehlenden Einnahmen (z.B. in der Gastronomie) finanziell stemmbar ist.

Vorbereitung

Am Tag vor dem Turnier oder auch schon ein paar Tage zuvor geht es an die letzten Vorbereitungen. Neben den üblichen Turniervorbereitungen gibt es auch hier für ein Turnier während Corona Beschränkungen weitere Einzelheiten, die man beachten muss. Zur Zeit finden Reitturniere noch ohne Zuschauer statt und es sind nur die Teilnehmer und eine begrenzte Zahl an weiteren berechtigten Personen auf dem Turniergelände erlaubt. Mama, Papa, Geschwister und die besten Freundinnen zum anfeuern mitnehmen? Das ist aktuell noch nicht wieder erlaubt. Pro Teilnehmer ist in den meisten Fällen nur eine Begleitperson gestattet, bei mehreren Pferden unter Umständen auch noch weitere. Teilnehmer und Begleitpersonen müssen außerdem noch eine ausgedruckte Anwesenheitsbescheinigung mit ihren persönlichen Daten und weiteren Angaben mitbringen. Auch diesen Ausdruck darf man also nicht vergessen!

Auf dem Turniergelände

Schon bei der Ankunft kann es bei manchen Turnierveranstaltungen anders zugehen, als das sonst der Fall ist. In der Regel achten schon auf dem Parkplatz anwesende Helfer darauf, dass ein genügender Sicherheitsabstand zwischen den Fahrzeugen eingehalten wird und nur berechtigte Personen Zutritt erhalten. Spätestens auf dem Weg zum Turnierplatz werden dann auch die Zettel mit dem Anwesenheitsnachweis kontrolliert und eingesammelt. Im Austausch erhält man dann meist ein farbiges Bändchen, als Zutrittsberechtigung für den Tag

Wie anderswo gilt auch bei einem Turnier während Corona Zeiten in manchen Teilen eine Maskenpflicht. Zusätzlich zum Abstandsgebot müssen Teilnehmer und Reiter in bestimmten Situationen einen Mund-Nasenschutz tragen. Dies gilt zum Beispiel für die sanitären Anlagen, beim Anstehen an einem ggf. vorhandenen Verkaufsstand für Getränke oder Essen, sowie auf dem Abreiteplatz (nur für das “Bodenpersonal”) und das Abgehen des Parcours. Maske auf, Maske ab, Maske am Auto vergessen, also wieder zurück – wie heißt es so schön? Was man nicht im Kopf hat, hat der TT in den Beinen 😉

Abreiten und Prüfung

Wie bereits erwähnt, müssen Reiter und Begleitpersonen bei Springprüfungen zum Abgehen des Parcours eine Mund-Nasenschutzmaske tragen. Dieser darf in einigen Fällen bei einem Turnier während Corona Zeiten außerdem nur in einer bestimmten Reihenfolge (z.B. nach Startnummern) abgegangen werden und die Reiter sollen auch hier zu jeder Zeit auf den nötigen Mindestabstand achten. Auf dem Abreiteplatz dürfen Reiter ihr Pferd ohne Schutzmaske warmreiten und auf die Prüfung vorbereiten. Vom “Bodenpersonal” muss hingegen zu jederzeit weiterhin eine Maske getragen werden, da auf dem begrenzten Platz die Sicherheitsabstände unter Umständen nicht eingehalten werden können. Je nach größe des Abreiteplatzes sind jeweils nur eine begrenzte Anzahl an Personen erlaubt, die diesen gleichzeitig nutzen dürfen. So kann es zum Beispiel sein, dass man auf einem Platz mit dem Schritt reiten beginnt und dann zur weiteren Prüfungsvorbereitung auf einen anderen Abreiteplatz wechseln muss.

Nach der Prüfung

Bei vielen Turnierplätzen werden Ein- und Ausritt räumlich getrennt, damit sich die Reiter möglichst wenig begegnen müssen. Nach dem Ende seiner Prüfung muss man also beachten, dass man mitunter nicht einfach auf dem selben Weg zurück reiten kann, wie man gekommen ist 😉

Wenn man seine Prüfung(en) absolviert hat, kann man sogleich zurück zum Hängerparkplatz gehen und darf die Heimfahrt antreten. Denn noch etwas entscheidendes ist anders bei einem Turnier während Corona Beschränkungen: Es gibt keine Siegerehrungen, persönliche Gratulationen oder Schleifen. Die Platzierung wird nach Ende der Prüfung durch Lautsprecherdurchsagen verkündet und im Internet bekannt gegeben. Auch ein mögliches gewonnenes Preisgeld bekommt man in vielen Fällen kontaktlos direkt auf sein Konto überwiesen.

Fazit

Eines ist klar: in der Turnierfreien Zeit haben wir es alle vermisst, unsere Pferde endlich wieder in Leistungsprüfungen vorstellen zu können. Klar ist aber auch: unter diesen Beschränkungen ist ein Turnier während Corona nicht das selbe wie zuvor … Gemeinsam mit anderen aus dem Stall zum Turnier aufbrechen, den eigenen Fanclub im Schlepptau und nach einer erfolgreichen Prüfung noch gesellig an der Gastronomie beisammen sitzen. Das alles ist nicht möglich und sorgt dafür, dass sich die Athmosphäre eines Reitturnieres so ganz anders anfühlt, als sonst. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass dieser Teil des Reitsports nun wieder möglich ist. Insbesondere für die Berufsreiter oder Reiter junger Pferde ist es von enormer Wichtigkeit, wieder an Leistungsprüfungen teilnehmen zu können. Um ihrem Job nachzugehen, für die Vorstellung von Verkaufspferden oder die Routine der jungen Pferde ist es unerlässlich, dass im Rahmen der Möglichkeiten wieder Turniere stattfinden können.

Auch einige unserer Teamreiter haben in der letzten Zeit schon wieder das ein oder andere Turnier absolviert:

Eine Idee zu “Turniere während Corona Zeiten

  1. Braun sagt:

    Wenn der “Hygiene- oder Coronazuschlag pro Teilnehmer erhoben wird, finde ich das in Ordnung. Das dieser Zuschlag jedoch pro Start berechnet wird, halte ich schlichtweg für Abzocke, um dem Veranstalter die Einnahmen zu erhöhen. Man muss berücksichtigen, dass es sich bei den Teilnehmern in der Mehrzahl um Jugendliche handelt, denen es schwer fällt, für jeden Start den Zuschlag zu zahlen. Um jedoch die Jugend zu fördern, sollten die Veranstalter dies berücksichtigen.

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